Bildblog24, In Mexiko sind mindestens 230 Menschen an den Folgen des verherenden Bebens gestorben. Doch mehrere Verschüttete konnten die Einsatzkräfte aus den Trümmern retten.

Erdbeben in Mexiko

In Mexiko sind mindestens 230 Menschen an den Folgen des verherenden Bebens gestorben. Doch mehrere Verschüttete konnten die Einsatzkräfte aus den Trümmern retten. Die Suche nach Überlebenden ist ein Rennen gegen die Zeit.

Von Michael Castritius, Mexiko

Die Stunden der Wunder haben begonnen. Gleich sechs Menschen konnten aus einem Berg aus Betonschutt gerettet werden, verletzt, aber lebend. Oder das Wunder der Grundschülerin Fatima und ihres Mitschülers, die nach 24-Stunden aus den Trümmern ihres Klassenraumes gerettet wurden.

“Komm Mädchen, komm”, ruft ihr ein enthusiastischer Helfer auf den letzten Zentimetern zu. “Komm mein Schatz”, fleht ihr Vater.

Endlich kann er sie weinend in die Arme schließen, aber es sind nicht nur Freudentränen: Ein Bruder Fatimas ist tot, der zweite wird noch gesucht – in derselben Schule, aus der schon 21 Kinder und vier Erwachsene tot geborgen wurden.

Aber die verzweifelt vor den Trümmern ausharrenden Angehörigen dürfen auf ein weiteres Wunder hoffen: Helfer haben offenbar Lebenszeichen von einer verschütteten Lehrerin, die mit einem ihrer Schüler auf Rettung wartet.

224 Schulen sind in der Hauptstadt beschädigt, 16 davon sehr schwer, der Unterricht ist generell ausgesetzt, nicht nur wegen der Gebäude: Viele Kinder brauchen erstmal die Nähe ihrer Eltern, um das Erlebte zu verarbeiten.

Die Todesangst-Minuten dieses 14-Jährigen etwa: “Ein Teil der Schule ist eingestürzt und hat uns den Weg nach draußen versperrt. Wir mußten an der Wand entlang klettern zum nächsten Gebäude und dann raus.”

Energieversorgung funktioniert

Wenigstens die Energieversorgung ist zu 90 Prozent wieder gewährleistet. Zunächst waren mehr als vier Millionen Hauptstädter ohne Strom. Auch der Flughafen konnte mit Einschränkungen den Betrieb wieder aufnehmen. U-Bahn und Schnellbusse bieten kostenfreien Transport.

Autofahrten sollen auf das Nötigtse beschränkt werden, wegen der vielen Sperrungen durch Schäden und um die Wege für Hilfskräfte und Ambulanzen freizuhalten.

Die Rettungskräfte verfluchen unnötige Hubschrauber-Flüge: Dann hören sie die schwachen Stimmen der Eingeschlossen nicht.

Krankenhäuser für alle geöffnet

Das Nationale Zentrum zur Katastrophenvorsorge erklärte inzwischen, warum die Sirenen erst Alarm gaben, als die Häuser bereits wankten. Das Epizentrum des Bebens habe sehr nah gelegen und die ersten, horizontalen Bewegungen seien extrem gewesen.

Tatsächlich hatte man als erstes quasi ein Hüpfen der Gebäude gespürt, dann erst das Schwanken. Dieses weit ausholende Schwanken habe dann die Häuser einstürzen lassen.

Mexikos Präsident ließ die staatlichen Krankenhäuser für alle öffnen, auch für jene ohne Versicherung und ohne Kreditkarte. Er schickte Soldaten zur Hilfe und für die Sicherheit der Bevölkerung vor Kriminellen.

Zudem ordnete er drei Tage Staatstrauer an. Aber zum Trauern haben die tausenden Helfer noch gar keine Zeit, nicht, so lange es noch Wunder gibt.

Quelle: ARD

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