Organspende fördern – Leben retten, so heißt eine neue Initiative in der Schweiz. Sie wurde am Dienstag der breiten Öffentlichkeit vorgestellt und fordert einen Systemwechsel in der Schweizer Transplationslandschaft.

Organspende – Die verschwiegene Wahrheit

Organspende fördern – Leben retten, so heißt eine neue Initiative in der Schweiz. Sie wurde am Dienstag der breiten Öffentlichkeit vorgestellt und fordert einen Systemwechsel in der Schweizer Transplationslandschaft.

Beim Thema Organspende geht es regelmäßig um den Organspender, d. h. um einen Menschen, dem Organe entnommen werden können, weil er

a) für hirntot erklärt wurde und
b) er selbst oder seine Angehörigen einer Organentnahme zugestimmt hatten.

Selten wird jedoch beschrieben, wie die Situation bei den Organempfängern aussieht, d. h. bei den Menschen, denen dann die Organe eingepflanzt (transplantiert) werden. Warum wohl? Dieses Thema ist der Schwerpunkt in dem Gespräch mit Werner Hanne.

Darin geht es zunächst um Zeitpunkt des Beginns der Transplantations-Manie und warum der Hirntod erfunden werden musste. Danach wird die fast nicht zu glaubende Vorgehensweise bei einer Organentnahme beschrieben und was danach mit dem ausgebeinten Körper geschieht.

Im Hauptthema wird jedoch von den Auswirkungen berichtet, denen sich regelmäßig der Organempfänger ausgesetzt sieht und die der Öffentlichkeit verschwiegen werden:

  • Lebenslange Einnahme von Medikamenten (sogen. Immunsuppressiva) für bis zu 4000 € im Monat, mit denen das Immunsystem ausgeschaltet wird, damit das fremde Organ nicht abgestoßen wird.
  • Daraus bedingte Folgen wie Krebs, Pilz- und bakterielle Erkrankungen, häufige Untersuchungen und Klinikaufenthalte.
  • Persönlichkeitsveränderungen, nicht mehr vorhandener Lebenswille, Gefühls-Wirr-Warr.
  • Aufkommen von Schuldgefühlen, Kannibalismus-Gedanken sowie die Erkenntnis, in einer Schuldnerfalle zu sitzen.

Schließlich werden noch die spirituellen Aspekte betrachtet, mit denen sich der Organempfänger auseinandersetzen muss, wenn ihm mit dem fremden Organ Seelenanteile des Organspenders eingepflanzt werden.

Auch die sogenannte Lebendspende wird angesprochen, bei der ein Organ (z. B. eine Niere) von einem lebenden Menschen entnommen und einem Nierenkranken eingesetzt wird. Vor einer solchen Entscheidung sollten hierzu unbedingt die Informationen auf der Seite www.nierenlebendspende.com angesehen werden.

Bei dem verständlichen Wunsch nach einer Lebensverlängerung wird völlig außer acht gelassen, dass doch jedem körperlichen Symptom eine Ursache zugrunde liegt, nach der aber nicht gesucht wird. Mit dieser antrainierten Austauschmentalität muss jetzt ein Körper zusätzlich zu der nicht gelösten Ursache auch noch mit einem fremden Organ fertig werden.

Um persönlich handeln zu können, werden zum Schluss die unterschiedlichen Regelungen für eine Organentnahme in Europa erläutert, wobei besonders auf Österreich hingewiesen wird. In diesem Land wird jeder als hirntot erkannte Mensch, auch ein Ausländer (!), zum Organspender (vermutete Zustimmung), wenn er nicht ausdrücklich in einem zentralen Register in Wien schriftlich widersprochen hat.

Schließlich hat Werner Hanne eine in sich schlüssige Vision:

„Sobald eine Nachfrage nach Organen nicht mehr besteht, lösen sich die vielen unlösbaren Probleme augenblicklich auf.“

Diese und noch viele andere Gesichtspunkte sind in dem Artikel „Organwahn – Heilung durch Fremdorgane? Ein fataler Irrtum!“ beschrieben, der als A5-Broschüre über das Kontaktformular der Internetseite http://organwahn.de kostenfrei bestellt werden kann.

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Jeder Verstorbene soll in der Schweiz zu einem Organspender werden, wenn er sich nicht explizit dagegen ausgesprochen hat – das sieht zumindest eine neue Volksinitiative vor.

Organspende fördern – Leben retten, so heißt eine neue Initiative in der Schweiz. Sie wurde am Dienstag der breiten Öffentlichkeit vorgestellt und fordert einen Systemwechsel in der Schweizer Transplationslandschaft.

Momentan gilt in der Schweiz das Gesetz, dass jeder Organspender ist, der einer Transplantation zu Lebzeiten explizit zugestimmt hat. Angehörige können diese Zustimmung im Todesfall annullieren.

Laut der Initiative sollte jedoch für jeden Menschen eine „vermutete Zustimmung“ gelten. Das bedeutet, dass jeder zum Spender wird, der sich nicht in ein spezielles Register für Nicht-Spender eingetragen hat. Angehörige können dann die „vermutete Zustimmung“ ebenfalls annullieren.

Nichtregierungsorganisation steht hinter der Initiative

Hinter der Initiative steht die gemeinnützige Organisation „Jeune Chambre Internationale de la Riviera“ (JCI-Riviera) im südschweizerischen Montreux. Die JCI-Riviera ist eine lokale Abteilung der Nichtregierungsorganisation „Junior Chamber International“ (JCI).


ORGANSPENDE:„Das war ein katastrophaler Ausbau von Ersatzteilen“

Vor 15 Jahren nimmt eine Ärztin zum ersten Mal an einer Organentnahme teil. Die Operation missrät vollkommen. Die Ärztin träumt bis heute davon.

Das Erlebnis, über das wir sprechen wollen, hat stattgefunden, als Sie Ihr Studium gerade abgeschlossen hatten und im zweiten Jahr der Facharztausbildung waren.

Ja. In der Anästhesie. Das war meine Wunschstelle, und ich war sehr stolz auf den Job. Im Vorstellungsgespräch hatte der Chef zu mir gesagt: Wir bilden die Medizinelite aus. Das war in einer großen Klinik, die auch von Rettungshubschraubern angeflogen wurde, weil sie einen Schockraum hatte. Dort werden Schwerstverletzte versorgt, meistens Unfallopfer. Ich hatte als Anästhesistin gemeinsam mit einem erfahrenen Kollegen Bereitschaftsdienst für den Schockraum, als eine Patientin eingeliefert wurde.

Was war der Frau passiert?

Sie hatte einen Motorradunfall gehabt. Sie wurde mit einer Hirnblutung eingeliefert, die anfangs gar nicht so problematisch erschien. Wir haben sie erstversorgt und auf die Intensivstation gebracht. Ich habe dann mit der Mutter gesprochen. Das habe ich immer so gemacht. Die Leute wollen ja wissen: Wie geht es meiner Tochter?

Wie ging es ihr?

Sie hatte ein Schädelhirntrauma. Wahrscheinlich ist sie mit dem Kopf aufgeschlagen, so wurde eine Hirnblutung ausgelöst. In den Tagen darauf hat sich ihr Zustand dann sehr verschlechtert. Sie hat eine Hirnmassenblutung gekriegt.

Hatten Sie in der Phase Kontakt zu der Patientin?

Ja. Eigentlich blieb so eine Patientin nicht in meinem Zuständigkeitsbereich. Ich hab sie auf die Intensivstation übergeben, und normalerweise wär’s das gewesen. Aber manchmal, wenn auf der Intensivstation Transporte notwendig werden, für Computertomographien oder so, wird aus der Bereitschaft ein Arzt gebeten, den Patienten zu transportieren. So kam das dann. Und ich hatte dann auch im Rahmen der Hirntoddiagnostik mit ihr zu tun.

Die haben Sie durchgeführt?

Nein, aber ich war dabei, als ein Oberarzt die durchgeführt hat. Der hat mich mitgenommen, um mich an den Prozess heranzuführen. Nachdem beide Fachärzte die Hirntoddiagnostik abgeschlossen hatten, bin ich mit dem Oberarzt zu den Eltern gegangen.

Die hatte man einbestellt.

Ja, um ihnen die Diagnose mitzuteilen. Aber das musste nicht ich machen, das hat der Oberarzt gemacht. Der hat dann auch sofort das Gespräch bezüglich der Organentnahme mit den Eltern geführt. Das ist normal, aber trotzdem, man muss sich das mal vorstellen. Da standen also die Leute, die kriegten erst mal gesagt: „Ihre Tochter ist hirntot.“ Und dann sollten sie im nächsten Moment entscheiden, ob sie die Organe freigeben. Dieses Gespräch mit den Eltern wurde in dem Zimmer geführt, in dem auch die Tochter lag. Da lag die Tochter, deren Herz schlug, die beatmet wurde, und neben ihr standen die Eltern, völlig überfordert.

Und der Oberarzt und Sie.

Ja. Die Eltern waren zögerlich. Der Oberarzt hat dann gesagt: „Ihrer Tochter nützen die Organe nichts mehr. Jemand anders kann mit den Organen aber weiterleben. Überlegen Sie sich das doch, ich komme in einer halben Stunde wieder vorbei.“ Ich habe das damals als ganz normal empfunden. Ich glaube, die meisten im Medizinbetrieb wundern sich darüber nicht, dass man so vorgeht.

Die Eltern haben dann eingewilligt.

Ja.

Was wäre passiert, wenn die Eltern nein gesagt hätten?

Das weiß ich nicht.

Kommt das vor in solchen Situationen?

Ja. Die Ärzte können an der Stelle auch nichts ändern. Das Wort der Eltern gilt. Allerdings müssen Sie sich auch vorstellen, dass es eine Bindung gibt zwischen dem Arzt und den Angehörigen. Die Tochter war ja nicht mal kurz auf der Intensivstation und dann plötzlich hirntot. Es kommt zu einer Vertrauensbindung zwischen den Eltern und den Ansprechpartnern auf der Station. Wenn die Klinikangestellten in den Techniken der Gesprächsführung bewandert sind, dann kriegen sie jemand Unsicheren auch dazu, zuzustimmen. Das Argument, dann leben zumindest die Organe weiter, sticht auf den ersten Blick doch auch. Man wünscht sich doch, dass die Tochter weiterlebt. Und wenn dann schon nicht die Tochter weiterleben kann, dann doch vielleicht wenigstens ihr Herz.

Während die Eltern am Bett der Verletzten zurückblieben, haben Sie aber irgendwas anderes gemacht.

Wir haben irgendwas koordiniert, für die möglicherweise bevorstehenden Organtransporte.

Das passierte schon, bevor die Entscheidung der Eltern gefallen war?

Ja. Gewisse Planungen laufen parallel, damit es gleich losgehen kann, wenn die Einwilligung kommt. Wenn sie nicht kommt, muss man halt alles absagen. Pech gehabt.

Das setzt die Ärzte unter Druck, oder nicht?

Ja, ist doch klar. Wenn man dann kommt und sagt, die haben nein gesagt, steht man da wie der Spielverderber.

Merken die Angehörigen nicht, dass um sie herum schon dieser Apparat heißläuft?

Die haben doch normalerweise keine Erfahrung mit so etwas. Die können das ja auch nicht sehen, dass da zum Beispiel schon ein paar Blutprodukte mehr in die Patientin hineinlaufen.

Was für Blutprodukte?

Da wurde ja noch mal alles gegeben an Blutkonserven, an Plasma, an Konzentraten, an vorbereitender Therapie. Sozusagen eine Vorintensivstation schon für den Empfänger.

Wird den Angehörigen mitgeteilt, dass man mit dem Patienten Dinge macht, die nur der Vorbereitung einer Explantation dienen?

Nein. Also, ich habe das zumindest nie erlebt. Muss man wohl nicht.

All das, bevor die Eltern überhaupt gesagt haben: Wir entscheiden für unsere Tochter, dass sie Spenderin wird.

Ach, da ist doch ganz viel schon vorher gelaufen. Das hat mich dann auch irritiert, zumindest im Nachhinein. Ich habe da erstmals erlebt, wie gierig man auf die Organe war. Es ging bei der Patientin um ein Leber-Herz-Paket. Schon in der Morgenbesprechung wurde gesagt: „Heute wird Medizingeschichte geschrieben.“ Weil man so eine Paket-OP an den beiden beteiligten Krankenhäusern noch nie gemacht hatte. Und das wurde schon gesagt, bevor die Diagnose Hirntod überhaupt bestätigt worden war. Na ja, die gingen eben fest davon aus, dass die Patientin hirntot war, und das wurde dann ja auch bestätigt.

Was ist das genau, ein Herz-Leber-Paket?

Bei manchen Lebererkrankungen leidet auch das Herz. Der Empfänger braucht dann beide Organe gleichzeitig. Das ist nicht so häufig. Und dass man dann jemanden findet, der beides spenden kann, ist selten. Deswegen war das ja so eine besondere OP.

Warum fanden Sie das denn nicht einfach toll, dass jetzt eine Chance da war für Sie, Medizingeschichte mitzuschreiben?

Ich fand es toll! Zu dem Zeitpunkt habe ich das ja gar nicht hinterfragt. Ich glaube, das erste Mal, wo ich mich gewundert habe, wo ich irritiert war, das war im OP. Da waren so viele Menschen. Ständig klingelte das Telefon, weil parallel zur Entnahme ja auch koordiniert werden musste, durchgegeben werden musste, wie es steht. Das fand ich so würdelos. Ich stand noch unter dem Eindruck der Eltern, die die Patientin bis zur Schleuse begleitet haben. Wie die sich von ihrer Tochter liebevoll verabschiedet haben. Ich hatte das Gefühl, dass die Eltern ihre Tochter mir übergeben hatten. In dem Wissen, dass sie danach … wirklich tot ist. Mir haben die Eltern leidgetan. Ich habe mit denen richtig mitgefühlt.

Was haben Sie mit denen gefühlt?

Deren Trauer.

Hatten Sie selbst schon Kinder?

Nein. Ich war 27, eigentlich auch viel zu jung, um so eine Situation verstehen und aushalten zu können. Im Nachhinein glaube ich, ich habe mit der Verantwortung auch die Trauer der Eltern übernommen und einfach extrem mitgefühlt. Aber man merkt das nicht so richtig, es wird einem nicht bewusst, weil man so eingebunden ist in die Abläufe.

Was war Ihre Aufgabe bei der OP?

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